Unsere Meinung zu: Brombeerwünsche – Susan Bishop Crispell

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Brombeerwünsche ist der neue Roman von Susan Bishop Crispell und er versprach nicht nur aufgrund seines Klappentextes eine wahrhaft magische Geschichte. Denn es ist alles andere als leicht, die Gabe zu besitzen, Wünsche wahr werden zu lassen …

Die Handlung wird aus Rachels Sicht in dritter Person erzählt und man erfährt, dass es nicht so einfach ist, ein Mensch zu sein, der Wünsche erfüllen kann – denn was sich anfangs toll anhört, ist in der Umsetzung nicht ganz so problemlos: Eine gut gemeinte Erfüllung eines Wunsches kann durchaus auch nach hinten losgehen: Als Rachel also eines Tages einen Wunsch erfüllt, der in der Umsetzung nicht so klappt, wie es geplant war, packt sie ihre Sachen, macht sich auf die Reise ins Blaue und landet mit leerem Tank in dem kleinen Städtchen Nowhere.

Das Buch besticht durch einen wunderbar flüssigen Schreibstil, weshalb man sich sogleich in das Städtchen im hochsommerlichen Texas versetzt fühlt. Beim Lesen spürt man die Hitze, riecht die Blumen und schmeckt das Obst. Die Charaktere – allen voran Rachel – wurden toll ausgearbeitet und charakterisiert und man konnte sich gut in sie einfühlen und ihre Handlungen und Gedanken nachvollziehen. Die Geschichte von Rachel ist sehr berührend erzählt – man lebt mit ihr mit, lernt ihre größten Ängste kennen, aber erkennt auch, dass in Rachel ein starker Charakter steckt.

Auch die Nebencharaktere wurden ganz wunderbar beschrieben: Die alte Dame Catch, die anfangs einen mürrischen Eindruck macht, bis man sie näher kennenlernt, und die Tag und Nacht Pies bäckt. Ashe, der immer hilfsbereite und sympathische Nachbar, zu dem sich eine zarte Bindung aufbaut, der aber auch ein Päckchen aus der Vergangenheit mitbringt und Everley, die Besitzerin des Kosmetikladens, die Rachel zu einer guten Freundin wird. Rachel selbst entwickelt sich im Laufe der Handlung sehr stark weiter – sie erkennt, dass es möglich ist, Wünsche und das Leben unter einen Hut zu bringen. Und vor allem, die Liebe zu finden.

So nebenbei kommt auch ein klein wenig Magie zum Einsatz. Im Laufe der Handlung finden sich alle Stränge zusammen und ergeben ein großes Ganzes, sodass der Leser am Ende das Gefühl hat, Teil der Geschichte von Rachel gewesen zu sein. Das Buch ist nicht immer ganz realistisch, aber das ist auch das Schöne daran und muss auch nicht unbedingt sein. Der Roman gibt den Glauben ans Leben zurück, an die Erfüllung von Herzenswünschen, an das Gute im Menschen. Und vor allem beherbergt er eine zauberhafte Liebesgeschichte, die man miterlebt und bei der man sich wünscht, dass alles gut ausgeht.

Nachdem Pies in diesem Buch eine große Rolle spielen, wäre es eine tolle Idee gewesen, wenn das eine oder andere Rezept im Buch vorgekommen wäre, denn beim Lesen kann man gar nicht anders, als Lust auf Pies zu bekommen – süß ebenso wie herzhaft.

Fazit: Brombeerwünsche ist ein bezauberndes Buch über das Sich-selbst-Finden, über die Liebe, zauberhaft-romantisch mit einem guten Schuss Magie. Ein Buch, das man am Ende mit dem Gefühl zuklappt, neue Freunde gefunden zu haben, die man ein Stück ihres Weges begleiten durfte. Wir vergeben eine klare Leseempfehlung mit 5 von 5 Sternen! (SP)

  • Brombeerwünsche
  • Susan Bishop Crispell
  • Verlag: FISCHER E-Books
  • Sprache: Deutsch
  • Format: Taschenbuch, 448 Seiten
  • Auch als eBook erhältlich
  • Erscheinungsdatum: 21. September 2017

 

Foto: Sabine Panagl