Unsere Meinung zu: „Das Heinrich-Problem“ – Alexandra Holenstein

0
231

Das Heinrich-Problem“ von Alexandra Holenstein ist ein Roman für Frauen (und Männer) im besten Alter, der von Berti, ihren Mann Heinrich und deren zunehmender „Ehekrise“ erzählt. Denn Heinrich hat nicht nur ein sehr wankelmütiges Liebesleben, sondern arbeitet auch in anderen Bereichen mit allen Tricks und zieht sämtliche Register. Doch da hat er die Rechnung ohne die Frauen in seinem Leben gemacht!

Handlung

Berti ist mit ihrem Heinrich schon seit über 20 Jahren verheiratet – glücklich, wie es für sie scheint. Sie ist Beziehungscoach, er Anwalt mit eigener Kanzlei. Als Heinrich seiner Berti offenbart, das ihre Ehe nur noch ein „abgetragener Pantoffel“ ist und er vor hat, auszuziehen, nimmt sie das, unter Schock stehend, erst mal so hin. Schnell merkt Berti, dass es einfacher ist, anderen weise Ratschläge in Beziehungsdingen zu geben, als diese selbst zu befolgen.

Auf ihre Schockstarre folgt Wut und auch etwas Eifersucht, als sie herausfindet, dass Heinrich eine jüngere Geliebte samt Sohn aus vorheriger Beziehung verheimlicht, mit denen er nun anscheinend das Familienleben führen will, welches sich Berti immer gewünscht hat aber stets nur vertröstet wurde. Doch als starke und unabhängige Frau – welche Berti ihren Klientinnen stets nahelegt zu sein – lässt sie sich nicht aus der Bahn werfen und findet schnell Positives und auch Gefallen an ihrer neuen Situation, schließlich ist da ja auch noch ihre langjährige Freundin Lara. Auf die konnte sich Berti schon immer verlassen, aber auch deren Verhalten kommt ihr in letzter Zeit recht seltsam vor!

Als ausgerechnet Martha, Heinrichs Sekretärin, Berti auf die Fährte seines Gespinstes aus Lug und Trug bringt, nimmt Berti notgedrungen Kontakt zu seiner Geliebten Sylvia auf, um diese zu warnen. Doch da Sylvia von Heinrich schwanger ist und die beiden gemeinsame Zukunftspläne haben, will sie Berti erst nicht so recht glauben, was sich dann aber ändert.

Gemeinsam mit Sylvia, Martha und Heinrichs Nachfolger für die Kanzlei heckt Berti etwas aus, um die Pläne ihres Mannes zu vereiteln und ihm in seinem falschen Spiel einen dicken Strich durch die Rechnung zu machen. Auch Heinrichs Tochter Juliane schließt sich nach einigem Zögern den anderen Frauen an, da sie in den letzten Wochen immer häufiger von ihrem Vater enttäuscht wurde. Auch Lara will Berti dabei als moralische Unterstützung zur Seite stehen.

In dem Glauben, das Haus in Tessin, welches Berti geerbt hat, verkaufen zu können, wird Heinrich dorthin gelockt. Dort soll ihm endgültig der „Prozess“ gemacht werden! Unerwartete aber auch großartige Unterstützung erhält Berti dabei auch von ihrer ehemaligen Klientin Rosa. Doch es wartet noch die ein oder andere Überraschung …

Meine Meinung

Die Geschichte hat einen angenehm flüssigen Schreibstil und lässt sich toll lesen. Die Kapitel sind recht kurz gehalten, der Handlung ließ sich leicht folgen und sie war gut nachvollziehbar und schlüssig.

Mir gefiel der Perspektivwechsel zwischen den einzelnen Hauptakteuren sehr gut – so verpasst man keine ihrer Aktionen und Gefühlsregungen, was, wie ich finde, wichtig für die vielen Verstrickungen der Geschichte ist. Ich mag auch genau dieses Locker-Leichte an dem Buch und dass man immer wieder mal drüber grinsen muss/kann, dass hier und da eine neue Wendung auftaucht oder noch ein Schlag dazu kommt und dass die in vielerlei Hinsicht betrogene (Ehe-)Frau zurückschlägt!

Mein Fazit

Wer einen „Roman-für-Zwischendurch“ und dabei gelegentlich was zum Schmunzeln haben möchte oder aber eine Urlaubslektüre mit „Frauen-Power“ sucht, für den ist „Das Heinrich-Problem“ genau das Richtige! Der Roman von Alexandra Holenstein erhält von mir 5 von 5 Sternen! (KZ)

Facts

  • Titel: Das Heinrich-Problem
  • Autorin: Alexandra Holenstein
  • Genre: Contemporary, Best Ager
  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • Sprache: Deutsch, Taschenbuch, 366 Seiten
  • Auch als eBook erhältlich
  • Erscheinungsdatum: 27. Februar 2019