Unsere Meinung zu: Das Lavendelhaus – Hilary Boyd

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Manchmal wartet das große Glück dort, wo man es am wenigsten erwartet …

Nancy will eigentlich nur etwas Spaß auf Lindys Geburtstagsparty haben, doch als sie den Blick strahlend blauer Augen auf sich spürt, beginnt ihr Herz höher zu schlagen. Kann es sein, dass das Schicksal ihr eine zweite Chance zum Glück gewährt?

Mit über 60 Jahren ist Nancy eigentlich recht zufrieden mit ihrem Leben. Sie hat ein schönes Häuschen, lebt nahe bei ihrer Tochter und kann viel Zeit mit ihren Enkelkindern verbringen. Zwar hat sie ihr Exmann für eine jüngere Frau verlassen, die er nun heiraten will, doch damit hat sie sich längst abgefunden.

Auf der Geburtstagsparty ihrer Freundin lernt sie den Countrysänger Jim Bowdry kennen und fühlt sich sofort zu ihm hingezogen. Leider hat auch Lindy ein Auge auf ihn geworfen, weshalb Nancy sich zurückziehen will, doch Jim macht ihr klar, dass er sie will. Während sie beginnen einander zu daten, sich näher kommen und auf Wolke Sieben schweben, ahnt keiner von ihnen, dass das Unglück bereits hinter der nächsten Ecke lauert. Auf beiden Seite braut sich eine Beschwernis zusammen und stellt die zart geknüpften Bande auf eine harte Probe.

Die anfängliche Unbeschwertheit zwischen ihnen verfliegt schnell, denn alltägliche Probleme nehmen beide in Beschlag. So muss Nancy sich um ihre kränkliche aber viel zu stolze Mutter kümmern und gleichzeitig ihrer Tochter beistehen, die auf eine Ehekrise zusteuert. Jim hingegen versucht eine Sache zu klären, die er vor Nancy verheimlicht hat – könnte jene doch alles zwischen ihnen zerstören. Beide müssen sich fragen, ob es ihnen bei all dem gelingen kann, ihre Beziehung aufrecht zu erhalten. Doch so richtig kompliziert wird es erst, als sich gleich mehrere Parteien gegen das Paar aussprechen und in Nancy Zweifel wecken. Plötzlich weiß ihr Herz nicht mehr, worauf es vertrauen soll …

Unsere Meinung: Mit „Das Lavendelhaus“ erzählt Hilary Boyd eine Geschichte über die Liebe zweier besonderer Menschen: Beide haben schon ein gewisses Alter erreicht und ein Leben gelebt, doch es scheint, als würde ihnen ein zweiter Frühling geschenkt werden. Sie sind für einander bestimmt, auch wenn Streitereien und Missgunst gegen sie verwendet werden

Dieser Roman ist wirklich berührend. Als Protagonistin ist Nancy überaus sympathisch, sie zeigt sich als reife und kluge Frau, ist aber gleichzeitig auch jugendlich und voller Zweifel. Auch bei Jim schimmern diese Züge durch. Insbesondere wenn die beiden zusammen sind, erscheint die Beziehung zwischen ihnen, wie die zwischen zwei Teenagern. Es ist absolut süß, ihren Handlungen zu folgen. Wirklich spannend wird es, als das Paar mit Problemen konfrontiert wird. Immer wieder müssen sie sich Hürden stellen, um zu beweisen, dass sie zusammengehören. Erotische Momente werden kurz angerissen, spielen aber eher eine untergeordnete Rolle, denn die Gefühle selbst stehen im Vordergrund. F

Fazit: Eine schöne Lektüre, die dem Leser vermittelt, dass man nie zu alt für die Liebe ist. Es ist ein Leseerlebnis, das viel Herzlichkeit und Emotionen ausstrahlt und damit von Seite zu Seite fesselt. 4 von 5 Sternen! (VM)

„Eine merkwürdige Mischung aus Furcht und Erregung stieg in ihm aus. Dieses Flattern im Magen, diese Spannung – alles unwirklich, nichts festgelegt, nichts vertraut, die Möglichkeiten schienen unendlich zu sein.“

Jims Gefühle nach dem ersten richtigen Date mit Nancy.
S. 127 in Das Lavendelhaus von Hilary Boyd

  • Das Lavendelhaus
  • Hilary Boyd
  • Verlag: Goldmann
  • Originaltitel: The Lavender House, Übersetzt von Kristina Lake-Zapp
  • Sprache: Deutsch, Taschenbuch, 608 Seiten
  • Auch als eBook erhältlich
  • Erscheinungsdatum: 18. September 2017

      (c) Valentina M.