Unsere Meinung zu: Das Leben ist kein Punschkonzert – Heike Wanner

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Das Leben ist kein Punschkonzert von Heike Wanner ist ein weihnachtlicher Roman über drei völlig verschiedene Schwestern, die alle ihr eigenes Leben leben. Doch durch einen Unglücksfall werden sie wieder zusammengeschweißt. Und mitten im vorweihnachtlichen Trubel lernen sie nicht nur einander besser kennen, als je zuvor …

Die Schwestern Melanie, Carolin und Julia könnten kaum unterschiedlicher sein: Melanie, verheiratet und Mutter dreier Kinder, organisiert und plant ihren Alltag für die Familie komplett durch. Carolin dagegen ist Karrieremensch, ruhelos, wieder einmal Single und liebt ein aufregendes, luxuriöses Leben. Und Julia, die mit Abstand Jüngste in der Runde, lebt mit wenig Selbstvertrauen recht unbekümmert und weiß noch nicht wirklich, was sie von ihrer Zukunft erwartet. Derzeit führt sie den Kartoffelpufferstand der Familie, mit dem sie quer durch das Rhein-Main-Gebiet tingelt.
Es ist kurz vor der Adventszeit, als sich die Schwestern wieder einmal treffen. Bei einem Spaziergang hat jede von ihnen ihren ganz eigenen und wirklich überraschenden Wunsch, als sie eine Sternschnuppe am Himmel erblicken. Schneller als gedacht, landen sie jedoch in der Realität, als Julia (Julchen) auf Glatteis ausrutscht und sich das Handgelenk bricht. Ungünstiger hätte der Zeitpunkt dafür nicht sein können. Ihren Hauptumsatz erwirtschaftet sie nämlich auf dem Wiesbadener Weihnachtsmarkt. Eine Katastrophe! Was nun? – Kurzum springen Melly und Caro trotz anfänglicher Bedenken ein. Dies läuft natürlich nicht ohne Streitigkeiten und Spannungen – und so sind Ärger und Chaos vorprogrammiert.

Wirklich unterhaltsam und mit dem besonderen weihnachtlichen Flair lacht und leidet man mit jeder der drei Schwestern. Die Auseinandersetzung mit den Sorgen der Geschwister öffnet am Ende auch den Blick auf die eigenen: Reicht es Melanie wirklich, sich nur um ihre Familie zu kümmern oder fehlt in ihrem Leben etwas? Sind Luxus und Unabhängigkeit auf Dauer wirklich das große Glück für Carolin? Und bleibt Julia in der Rolle des Nesthäkchens oder befreit sie sich von der Bevormundung durch die Schwestern?

Fazit: Heike Wanner zeichnet sich durch einen flüssigen und unterhaltsamen Schreibstil aus. Das Buch ist schnell, vielleicht ein wenig zu schnell, ausgelesen. Das Ende hätte man durchaus noch etwas hinauszögern können – aber es ist eben eine Weihnachtsgeschichte, die wahrscheinlich gewollt zu kurzweilig sein soll. Der Autorin ist es gelungen, dem Leser das Gefühl zu geben, er stünde direkt auf dem Weihnachtsmarkt. Der Duft, die Vorfreude auf Weihnachten, das winterliche Flair – man möchte sofort dort sein, bleiben und genießen.  Glaubwürdige Charaktere der Hauptfiguren, Verwicklungen und Spannungen durch die Nebenpersonen – wie zum Beispiel den überaus sympathischen Taxifahrer Tolga, den sehr in sich gekehrten Karussellbesitzer Jan Felsenstein oder die resolut wirkende Frau Pfeiffer – bringen zusätzlichen Unterhaltungswert in die Geschichte. Besonders ans Herz geht natürlich die Entwicklung der leicht stotternden, von den großen Schwestern oft bevormundeten, Julia. Eine wunderbar romantische Geschichte in der schönsten Zeit des Jahres über Familienbande, Freundschaft, Liebe, Wünsche, Hoffnungen. Und wer sagt denn, dass Sternschnuppen-Wünsche nicht wahr werden können? Am Ende des Buches gibt es dann auch noch Rezepte für Das Weihnachtsfeeling zu Hause: Kartoffelpuffer, Punsch, gebrannte Mandeln, weihnachtliche Waffeln und Punschkuchen. Allein beim Lesen läuft uns schon das Wasser im Mund zusammen, also ran an der Herd! Ein großer Dank an die Autorin für dieses besondere Extra. Das Leben ist kein Punschkonzert ist auf alle Fälle lesenswert und erhält daher von uns 4 von 5 Sternen!
(SM)

  • Das Leben ist kein Punschkonzert
  • Heike Wanner
  • Verlag: Ullstein
  • Sprache: Deutsch, Taschenbuch 304 Seiten
  • Auch als eBook erhältlich
  • Erscheinungsdatum: 13.10.2017