Unsere Meinung zu: „Der Duft von Rosmarin und Schokolade“ – Tania Schlie

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Maylis, eine Frau Ende dreißig, arbeitet im traditionsreichen Feinkostladen Radke in Hamburg. Sie liebt es, die Kunden zu beraten – und dies nicht nur beim Kauf der Waren, sondern auch in romantischen Angelegenheiten.

Handlung

Maylis selbst jedoch lebt zurückgezogen, seitdem ihr Herz gebrochen wurde. Ihr Mann Max hat sie vor etwa einem Jahr vor vollendete Tatsachen gestellt und sie verlassen. Als Maylis dann verzweifelt ihre beste Freundin Elena anruft, geht Max an den Apparat. Sie brauchte einen Moment, um zu verstehen, was das bedeutet. Seitdem fühlt sich Maylis zuhause „Leer wie ein Kühlschrank“.

Umso mehr Herzblut investiert sie in ihre berufliche Tätigkeit. Eines Tages betritt der attraktive Paul das Geschäft und plötzlich erwacht in Maylis neues Lebensgefühl. Ist sie bereit, sich doch noch einmal für das Leben und die Liebe zu öffnen?

Da erreichen sie völlig unerwartet die Scheidungspapiere. Außerdem macht ihr der Chef ein eigentlich unwiderstehliches Angebot. Er will heiraten und sich nach und nach aus dem Geschäft zurückziehen. Verlockend. Ideen, um das Geschäft voranzubringen hat sie jede Menge. Dabei spielt auch ihre Leidenschaft fürs Kochen eine nicht unerhebliche Rolle, die sie von ihrem bereits verstorbenen Vater geerbt hat.

Maylis gerät immer wieder in verzwickte Situationen: Sie ist dem Glück so nah und im gleichen Augenblick wieder unglaublich fern. Neu gewonnene Freunde wie Charlotte helfen ihr, die schönen und wichtigen Dinge des Lebens zu sehen sowie ihr Glück zu suchen. Nun liegt es an ihr …

Unsere Meinung

Für mich war „Der Duft von Rosmarin und Schokolade“ der erste Roman, den ich von Tania Schlie in die Hände bekommen habe – und ganz sicher nicht der letzte. Ich habe das Buch an einem Tag gelesen. Dies sagt eigentlich schon alles. Die Autorin versteht es ausgezeichnet, den Leser in die Welt von Maylis mitzunehmen. Durch die bildhaften Beschreibungen des Feinkostladens, der Düfte, Früchte, Rezepte möchte man am liebsten dort sein und alles probieren.

Maylis ist mir sofort sympathisch gewesen. Sie liebt ihre Kunden, deren Geschichten und spielt auch gern einmal Schicksal für sie. So eine Freundin wünscht sich doch jeder. Auch die vielen Nebenfiguren sind gut gewählt und beschrieben; ob kauzig, aufdringlich, geheimnisvoll.

Das Buch ist eine wunderbar sinnliche Lektüre für den Urlaub oder einen verregneten Sonntag. Sicher ist das Ende vorhersehbar und es gibt keine großen Konflikte, die zu lösen sind. Aber die Geschichte wird so zauberhaft und teilweise amüsant erzählt, dass man dies nicht wirklich vermisst.

Das Cover passt phantastisch zu der Geschichte und man möchte sofort in dieses Geschäft hinein spazieren. Besonders schön finde ich auch, dass es auf den drei verschiedenen Lesezeichen Rezepte zum Probieren gibt. Die Gewürzmischung ist schon gekauft – von daher wird demnächst das erste Gericht, die Chips aus Weißbrot, ausprobiert.

(c) Stella Marten

Unser Fazit

Hungrig sollte man beim Lesen besser nicht sein, denn das Wasser läuft einem bei den Beschreibungen, Zutaten und Rezepten tatsächlich im Mund zusammen. Ich vergebe eine klare Leseempfehlung mit 5 von 5 Sternen und freue mich auf mehr! (SM)

Besondere Sätze

Frau Hansen beim Betrachten der Erinnerungsfotos an der Wand zu Maylis, nachdem diese ihr die Suppe „gerettet“ hat:

„…Erinnerungen kann man nicht essen. Und eine gute Suppe auf dem Tisch kann viel mehr bewirken als Jammern über das Verlorene.“

Paul am Telefon zu Maylis, als er nicht an ihrem Essen teilnehmen kann:

„…Ich bin sicher, du machst das ganz perfekt. Bei dir ist Essen bestimmt ein bisschen wie Sex. Ganz entspannt und spontan.“ „Wie Sex mit der Seele.“ Sie musste lachen, obwohl ihr gar nicht danach war.

Paul am Telefon zu Maylis, als sie nicht ahnt, dass er gleich vor ihrer Tür stehen wird:

„Irgendwie ist es zwischen uns immer ein wenig wie kurz vor einem Blitzeinschlag.“

Facts

  • Der Duft von Rosmarin und Schokolade
  • Tania Schlie
  • Mira Taschenbuch
  • Sprache: Deutsch, Taschenbuch, 304 Seiten
  • Auch als eBook erhältlich
  • Erscheinungsdatum 5. März 2018