Unsere Meinung zu: Die stürmische Braut – Sophia Farago

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In „Die stürmische Braut“ von Sophia Farago dürfen wir bereits zum dritten Mal auf Lancroft Abbey bei der Familie Barnett zu Gast sein und eine weitere Liebesgeschichte mit ihnen erleben.

Die 18-jährige Lady Vivian Barnett verlässt das Institut für höhere Töchter mit großen Plänen: Sie will sich auf Anraten ihrer Lieblingslehrerin einen älteren, weisen Ehemann suchen, der sie dabei unterstützt, eine Schule für mittellose adelige Mädchen zu gründen und sich für die Rechte von Frauen einzusetzen.

Da ihre Schwester Frederica Vivian doch nicht wie geplant abholen kann, soll eine ihrer Lehrerinnen sie nach Hause nach Lancroft Abbey begleiten. Die perfekte Gelegenheit für die ungestüme Vivian, eine Reiseetappe ganz unladylike alleine und zu Pferd zurückzulegen, um der unliebsamen Lehrerin zu entgehen. Dies endet für Vivian jedoch nicht wie geplant im vorgesehenen Gasthof, sondern in einem Heuhaufen, aus dem ihr ein junger Mann mit Engelsgesicht heraus hilft. Aufgrund eines Sturms und der hereinbrechenden Dunkelheit kann Vivian nicht weiter reiten, und so verbringen die beiden – ohne ihre jeweilige, richtige Identität preiszugeben – die Nacht gemeinsam in einer Fischerhütte.

Justin Rawling hat nach dem Tod seines Bruders überraschend den Titel des Viscounts of Badwell geerbt, entzieht sich seiner Verantwortung aber und vertreibt sich die Zeit lieber mit Glücksspiel, Alkohol und amourösen Abenteuern. Grund dafür ist, neben einer großen Enttäuschung in der Liebe, Badwells toter Vater, dem er es nie recht machen konnte und sich deshalb mit seinem Verhalten an ihm rächen will.

Kurze Zeit nach ihrem unkonventionellen und skandalösen Kennenlernen – von dem natürlich niemand erfahren darf – sehen die beiden sich tatsächlich vor einem Traualtar wieder, wenn auch – zumindest bei dieser Hochzeit – nur als Trauzeugen …

Unsere Meinung: Sophia Farago schreibt wunderschöne, historische Liebesromane, die in der Regency-Zeit spielen und mit vielen unvorhersehbaren Wendungen, Missverständnissen, Irrungen und Wirrungen gespickt sind. Die Lancroft Abbey-Reihe ermöglicht es den Lesern zudem, liebgewonnene Protagonisten der vorherigen Bände wiederzutreffen.

Die drei Töchter der Viscountess of Panswick sind alle sehr verschieden. Vivian sticht mit ihrer stürmischen Art jedoch besonders heraus und bringt sich mit unbedachten Taten und Aussagen oft in heikle Situationen. Man muss ihr allerdings zugutehalten, dass sie mit Leidenschaft für das kämpft, wofür sie sich einsetzt. Vor allem den Viscount of Badwell möchte man als weibliche Leserin oft etwas schütteln, da er hinter allem eine List vermutet und lange nicht erkennt, wie viel er für Vivian empfindet. Dabei kann er, wenn er will, auch ein wirklich charmanter und liebenswerter Zeitgenosse sein.

Anfangs ist es oft etwas schwierig, einige Figuren, wie z. B. Badwells Freunde, auseinander zu halten, da es natürlich sehr viele Lords und Ladys in der gehobenen Gesellschaft Londons gibt. Leider erfährt man noch nicht, wie es mit Vivians Plänen betreffend Schule und Frauenrechten weitergeht, ob und wie diese umgesetzt werden. Vielleicht kommt ja aber hierzu noch etwas in den beiden noch ausstehenden Bänden dieser Reihe.

Fazit: Sophia Faragos beliebte Lancroft Abbey-Reihe erhält mit „Die stürmische Braut“ eine schöne und lange erwartete Fortsetzung, die ihren Lesern wieder ein tolles Liebespaar und unterhaltsame Verwicklungen bringt. Hierfür gibt es 4 von 5 Sternen! (SW)

Lieblingszitat:
„Kann es für einen müden Heimkehrer etwas Schöneres geben als fröhliches Gelächter? Darf ich mitlachen, meine Lieben?“
(Lord Bertram Barnett, der Viscount of Panswick und Vivians älterer Bruder zum Rest der Familie)

  • Die stürmische Braut (Die Lancroft Abbey-Reihe 3)
  • Sophia Farago
  • Verlag: Edel Elements
  • Sprache: Deutsch, E-Book, 285 Seiten
  • Erscheinungsdatum: 02. November 2017
  • Band 4: „Küsse am Wiener Kongress“ erscheint am 01. November 2018