Unsere Meinung zu: Glück schmeckt nach Popcorn – Marie Adams

0
209

Martha lebt für ihr kleines Kino, das Lichtspielhaus, das einen familiären Rückzugsort für Kinogänger abseits der großen, unpersönlichen Häuser darstellt. Nach der Trennung von Tom und dem Verlust ihres ungeborenen Kindes ist sie traurig, verbissen, einfach desillusioniert. Sie glaubt nun erst recht nicht mehr an die große Liebe mit Happy End. Verliebtsein wird ihrer Meinung nach überbewertet. Zu allem Überfluss wird auch noch ihre Mitarbeiterin und Freundin Susanne schwanger und zieht weg. Dringend braucht die einsame Martha nun Ersatz im Kino.

Das Schicksal will es, dass ihr der Filmstudent Erik über den Weg läuft. Er ist so ganz anders als Martha: Fröhlich, gut gelaunt, recht unerfahren in der Liebe, aber mit dem unbeirrbaren Glauben an Happy Ends – sowohl auf der Leinwand wie im wahren Leben. So ist es nicht verwunderlich, dass es zwischen Beiden zu einer Reihe von Missverständnissen und Meinungsverschiedenheiten kommt.

Erik ist ein Mensch, den man sofort ins Herz schließt. Zu Beginn noch ein wenig unerfahren, glaubt er an seine Träume sowie an das Große und Gute. Völlig unabhängig von Marthas Launen und Ängsten kämpft er dann auch dafür. Sie dagegen hat eine Abwehrhaltung, eine Mauer um sich aufgebaut und merkt dies nicht. Will oder kann sie sich ihre Gefühle für Erik nicht eingestehen? Ist doch eine oberflächliche Beziehung zu Filmkritiker Stefan das, was besser in ihr Lebenskonzept passt? Aber wie sieht ihr Lebenskonzept überhaupt aus? Martha ist wirklich ein „harter Brocken“ für ihr Umfeld und nicht einfach zu nehmen. Doch Erik und auch Susanne geben nicht auf, Martha sowohl auf der Leinwand wie auch im wahren Leben zu zeigen, dass es Happy Ends auf jeden Fall gibt. Manchmal brauchen Menschen eben Zeit für Einsichten und das Glück kommt auf Umwegen doch noch zu ihnen.

Unser Fazit: Vorhang auf für Glück, zweite Chancen und ganz viel Kino – so kurz und treffend kann man den Inhalt tatsächlich zusammenfassen.

Marie Adams hat hier einen zu Herzen gehenden Roman verfasst, der sich leicht und flüssig liest. Sicher ist die Geschichte vorhersehbar, was das Lesevergnügen aber in keiner Weise schmälert. Man leidet mit Martha, möchte sie trösten, ihr zur Seite stehen und sie ab und an auch einfach wachrütteln. Viele von uns kennen doch genau solche Menschen, die von der Liebe enttäuscht wurden und sich nun einfach nicht trauen, ihre Bedenken und Ängste zu vergessen und es noch einmal zu wagen. Uns so fällt es überhaupt nicht schwer, Sympathie für Martha zu empfinden – trotz ihrer manchmal sehr eigenwilligen, launenhaften Art. „Glück schmeckt nach Popcorn” erhält von uns eine klare Leseempfehlung mit 4 von 5 Sternen! Wir freuen uns auf weitere unterhaltsame Bücher von Marie Adams! (SM)

Besondere Sätze in „Glück schmeckt nach Popcorn”:

Marthas Gedanken über Happy ends:
„Hoffentlich würde Erik nicht zu enttäuscht sein, wenn er einmal von der Hoffnungszone in das Realitätslevel aufgestiegen war.“

Martha im Gespräch mit Erik:
„Aber irgendwie bin ich trotz meines Traumberufes an einem traumhaften Ort immer noch ein Stück verloren in dieser grauen Welt.“

Marthas Gedanken, als Stefan sie an sich zieht:
…“Selbst wenn eine Liebesbeziehung tragisch endete, der Beginn musste ein Wunder sein.“

  • Glück schmeckt nach Popcorn
  • Marie Adams
  • Blanvalet Verlag
  • Sprache: Deutsch, Taschenbuch, 320 Seiten
  • Auch als eBook erhältlich
  • Erscheinungsdatum 20. November 2017
(c) Stella Marten