Unsere Meinung zu: „Nordsternfunkeln“ – Leonie Lastella

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Mit „Nordsternfunkeln“ hat Leonie Lastella einen ganz besonderen Roman geschaffen, denn er wird aus der Sicht beider Hauptfiguren erzählt: Juna und Bosse hat einmal viel verbunden, doch als Juna nach einem Auslandsjahr wieder auf ihre Heimatinsel Amrum zurückkehrt, ist davon nicht mehr viel übrig. Oder doch? Eines ist auf jeden Fall klar: Eine turbulente Zeit steht bevor …

Handlung

Juna kehrt nach acht Jahren in Amerika mit gemischten Gefühlen nach Amrum zurück – und das auch nur, weil sie auf ein neues Visum warten muss. Sie weiß, dass sie alles hier an ihre Jugendliebe Bosse erinnern wird. Doch Juna hofft, dass er die Insel inzwischen verlassen hat.

Leider ist dem ist nicht so – oder sollte man besser glücklicherweise sagen?

Bosse konnte der Insel einfach nie den Rücken kehren. Ein einschneidendes Erlebnis von damals hat ihn verändert. Doch beide haben genau dieses nie richtig verarbeitet oder gar darüber gesprochen. Und nun stehen sie sich plötzlich wieder gegenüber – hin- und hergerissen zwischen den alten noch bestehenden Gefühlen und gleichzeitig dem Schmerz und der Angst vor erneuter Verletzung.

Außerdem gibt es da Jakob, der offensichtlich großes Interesse an Juna hat, was diese zunächst gar nicht wahrnimmt. Er wird für sie zu einem der wichtigsten Menschen in dieser Zeit, was Bosse nicht entgeht und natürlich nicht gefällt. Und Ella, eine Kollegin von Bosse, ist eben mehr als seine Kollegin. Auch Junas Mutter macht es ihnen nicht unbedingt leicht. Missverständnisse und Komplikationen sind deshalb Programm.

Fiete, der zu Bosses Ersatzvater geworden ist, ist der Ruhepol für Bosse. Ein Urgestein der Insel, mit jeder Menge Sinn für Humor. Leider steht es um seine Gesundheit nicht zum Besten. So wird es leider sehr traurig, aber durchaus auch spannend.

Besonders überraschend ist jedoch das Ende des Buches, als Bosse Juna etwas zeigt, womit sie überhaupt nicht gerechnet hat – genauso wenig wie ich als Leserin. Mehr wird hier aber nicht verraten…

Meine Meinung

Als ich das Buch in den Händen hielt, dachte ich: Leonie Lastella? Nie gehört. Das sollte sich nun ändern. Das Cover fand ich schon einmal sehr ansprechend: Strand, Meer, ein Segelboot, blauer Himmel mit vielen Drachen … Es machte Lust auf den Inhalt, genauso wie der Klappentext.

(c) Stella Marten

Und ich wurde nicht enttäuscht. Die kurzen Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Juna und Bosse erzählt. Eine wirklich clevere Taktik, denn so liest man am Stück doch das ein oder andere Kapitel mehr, als man eigentlich wollte – und viel schneller als gedacht, ist das Buch zu Ende. Leider!

Leider deshalb, weil die Autorin es mit ihrem Schreibstil versteht, einen auf die Reise in das Gefühlschaos der beiden Hauptpersonen (und auch einiger anderer) mitzunehmen. Ängste, Wut, Trauer, Schmerz, Anziehungskraft, Verletzlichkeit, Sehnsucht – und das zu keiner Zeit kitschig oder unglaubwürdig. Man leidet, trauert mit, ist hin- und hergerissen. An manchen Stellen würde man am liebsten eingreifen, damit die Protagonisten nicht länger in ihrer Gefühlswelt kämpfen müssen.

Auch die Landschaft, die ich noch nie persönlich kennengelernt habe, wird so anschaulich dargestellt, dass sie vor dem geistigen Auge erscheint und man sich mittendrin fühlt.

Mein Fazit

Großes Kompliment an die Autorin. Ich freue mich auf mehr von ihr. Für „Nordsternfunkeln“ gibt es eine klare Leseempfehlung mit 5 von 5 Sternen! (SM)

Meine Lieblingssätze

In diesem Buch gibt es so viele schöne Sätze und Formulierungen. Folgende Stelle am Ende des Buches hat mich aber total berührt und mitten ins Herz getroffen. Juna hat die Fähre nicht genommen, ist auf der Insel geblieben und hat endlich erkannt, wohin sie wirklich gehört.

„Denn ich bin sein Licht. Und er ist mein Anker. Das sind wir. Unsere Liebe ist echt. Wir sind richtig. Und mir ist klar, dass nichts, absolut nichts, das je ändern wird.“

Facts

• Nordsternfunkeln
• Leonie Lastella
• FISCHER Taschenbuch,
• Sprache: Deutsch, Taschenbuch, 560 Seiten
• auch als E- Book erhältlich
• Erscheinungsdatum: 22.08.2018