Unsere Meinung zu: „Tausend Nächte und ein Tag“ – Lydia Conradi

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In „Tausend Nächte und ein Tag“ befindet sich im Jahre 1899 ganz Berlin, nein ganz Deutschland, im Orientfieber. Der Archäologe Robert Koldewey hat das versunkene Babylon aus der Wüste Mesopotamiens ausgegraben und entdeckt täglich neue Schätze.

Handlung

Die junge Altorientalistin Senta will mit dem Erbe ihrer Eltern ein Abenteuer wagen und nach Fernost reisen – sie möchte die hängenden Gärten der Semiramis finden, doch weiß sie, dass Koldewey Frauen nicht auf seine Grabungsstätten lässt. Die Rettung könnte eine scheinbare Ehe mit dem Wissenschaftler Winfried sein, doch Winfried ist wirklich in sie verliebt. Und auf ihrer Reise von Izmir über Smyrna, Beirut bis Bagdad wird sie dem charismatischen Engländer Christopher und Faysal, dem Beduinen, begegnen …

Alle drei Männer werden Sentas Herz berühren und einer davon wird ihr ganz unter die Haut gehen, während andere Strohfeuer oder Freund bleiben. Und während Sentas Liebesgeschichten an uns vorbeiziehen, brauen sich nationalistische Bestrebungen zusammen, die nicht nur Sentas Glück bedrohen.

Vorblende um ca. 20 Jahre: Der Sohn von zwei Handelnden taucht im Institut von Christophers bestem Freund Percy auf und möchte wissen, wo seine Eltern ihr Glück fanden und wo die hängenden Gärten zu finden sind. Und Percy macht sich, gequält von Krankheit und Erinnerungen, mit ihm zusammen auf, die Geschichte seiner Eltern noch einmal zu durchleben.

Meine Meinung

„Tausend Nächte und ein Tag“ lebt von wunderschönen Zitaten alter Liebesgedichte, die sich über die ganze Geschichte verteilen. Lydia Conradis Schreibstil hat mich sofort in seinen Bann gezogen und wunderschöne Bilder vor meinem inneren Auge entstehen lassen.

Ich konnte mich sehr schnell in die toll ausgearbeiteten Charaktere hineinversetzten und habe besonders mit Senta mitgefiebert.

Dieser Roman ist eine rundum gelungene Mischung aus einer bewegenden Liebesgeschichte, Abenteuer im Orient und einer historisch beeindruckenden Zeitreise zurück ins 19. Jahrhundert. Es bleibt bis zum Schluss spannend!

Mein Fazit

Wer geschichtsträchtige Romane mit einer starken Frauenfiguren sucht und keine Angst vor Liebestaumel jenseits der Konventionen hat, ist hier genau richtig! Für „Tausend Nächte und ein Tag“ von Lydia Conradi gebe ich eine absolute Leseempfehlung mit 5 von 5 Sternen! (FK)

(c) Franziska Kurz

Beste Zitate

… sind meiner Meinung nach die wunderschönen alten Liebesgedichte wie dieses:

Der Morgenstern hat seine Strahlen ausgeschickt. In meiner Brust ist ein Knoten, der mich unablässig quält.

Sie ist eine Gazelle, die Ambra verströmt,

Und die übrigen Gazellen in Paaren anführt.

Sie ist die süß duftende Blume beim Teich, wenn das Wasser noch klar ist.

Sie breitet den Reichtum ihrer Blätter aus, die immer zittern.

Fünf kleine Finger hat sie, die keiner je berühren darf. Und Nachtaugen, deren Blick den Liebeskranken töten kann.

Oh Morgenstern.

Löse das Ende deines ledernen Gürtels und warte beim Pfahl, wo ich in jeder Nacht nach dir suche.

Facts

  • Titel: Tausend Nächte und ein Tag
  • Autorin: Lydia Conradi
  • Genre: Historischer Roman
  • Verlag: Pendo Verlag
  • Sprache: Deutsch, Gebundenes Buch, 480 Seiten
  • Auch als eBook erhältlich
  • Erscheinungsdatum: 2.10.2018