Unsere Meinung zu: „Zehn Wünsche bis zum Horizont“ – Emma Heatherington

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Als wir die Protagonistin Maggie in „Zehn Wünsche bis zum Horizont“ kennenlernen, ist sie ziemlich am Ende: Ihr Mann hat sich nach nicht einmal zwei Jahren Ehe wegen einer Jüngeren von ihr getrennt, während sie selbst noch auf Wolke sieben schwebte und das Zimmer für die gemeinsamen Kinder im frisch gekauften Haus plante. Deshalb hat sie Mühe, im Job dranzubleiben, verzeichnet einen steigenden Alkoholkonsum, verärgert ihre Freunde und mag sich selbst nicht leiden in Momenten solcher Ausfälle.

Doch sie hat Glück im Unglück: Ihr Chef hat Verständnis und bietet eine Auszeit an, ihre Freunde wünschen sich ihr altes Ich zurück und lassen sie nicht im Stich und sie trifft Simon.

Simon ist nicht, wie ihr jetzt vielleicht denkt, ihre neue Liebe, sondern der Bruder ihrer Organspenderin Lucy. Denn Maggie lebt seit siebzehn Jahren mit einem gespendeten Herzen. Lucy hat ein Tagebuch voller Wünsche hinterlassen, als sie als Teenager starb – und Maggie macht sich daran, diese zu erfüllen und spürt dabei neuen Lebensmut aufsteigen.

Unsere Meinung

Auf Maggies Weg befinden sich eine Menge Höhen und Tiefen – und die Leserin leidet mit ihr mit, weil sie so authentisch, ehrlich und sympathisch ist. Und natürlich gibt es auch eine ganz große Liebe, die völlig anders daherkommt, als es in Liebesromanen sonst typisch ist und sich umso schöner entfaltet.

Ganz nebenbei und ohne moralisch erhobenen Zeigefingern wird das Thema Organspende eingeflochten, die Gefühle von Spendern und deren Familien genauso wie das Wissen zur Kontaktaufnahme zwischen den Hinterbliebenen und den neuen Empfängern. Wir sind also am Ende des Buchs nicht nur gerührt und ergriffen, sondern auch noch etwas klüger. Was will Frau mehr von einem Buch?

Außerdem macht es sich auch noch sehr gut im Regal, mit den unterschiedlichen Haptiken des Covers und der schon im Bild angedeuteten Themen: der Dinnertisch, das Flugzeug, die Tänzerin … lasst Euch überraschen, wie das alles zusammenhängt!

Berührendster Satz

Maggies Brief am Ende:

„Im Leben geht es um Menschen. Manchmal vergessen wir, dass wir alles sind, was wir haben. Achtet aufeinander. Passt aufeinander auf. Kümmert euch ein bisschen mehr. Verzeiht ein bisschen öfter.“

Unser Fazit

Als ich den Roman gelesen habe, besonders bei diesem Satz, musste ich ein paar Mal tief und langsam ein- und ausatmen. Wem hier nicht das Wasser in den Augen steht, dem kann ich nicht helfen. Ich hatte auf jeden Fall am Ende des Buchs ein paar Menschen anzurufen und ihnen zu sagen, wie sehr ich sie achte, schätze oder sogar liebe.

Ein wunderbar versöhnliches, kluges, ehrliches und nichts beschönigendes Buch. Möge es viele Leser haben! Für dieses Meisterwerk gibt es eine klare Leseempfehlung mit 5 von 5 Sternen! (FK)

Facts

  • Zehn Wünsche bis zum Horizont
  • Emma Heatherington
  • Verlag: Harper Collins
  • Sprache: Deutsch, broschierte Ausgabe, 400 Seiten
  • Auch als eBook und Hörbuch erhältlich
  • Erscheinungsdatum: 13. November 2017